Vorsicht beim Website Relaunch! Vergessen Sie nicht den SEO Check

Es gibt viele Gründe für einen Website Relaunch. Berücksichtigen Sie unsere Tipps und vermeiden Sie ein böses Erwachen nach der Neugestaltung Ihrer Website!
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Vorsicht beim Website Relaunch! Vergessen Sie nicht den SEO Check

Ein Website Relaunch klingt zunächst nach einer spannenden Chance: neues Design, bessere Funktionalitäten, ein mobil optimiertes Layout und frischer Content. Doch genau an dieser Stelle passieren die größten SEO Fehler. Wer den Relaunch ausschließlich aus Design- oder Technik-Sicht betrachtet, riskiert dramatische Einbrüche bei den Rankings und der Sichtbarkeit in den Suchmaschinen.

Das Ziel von einem Relaunch ist immer, dass alles besser wird: schneller, moderner, benutzerfreundlicher. Doch ohne eine klare SEO-Checkliste und eine strukturierte Vorgehensweise können wertvolle Backlinks, gute Rankings und mühsam aufgebaute Traffic-Quellen über Nacht verloren gehen.

Damit Sie nicht in diese Falle tappen, haben wir die häufigsten Fehler und die besten Lösungen zusammengestellt. Diese findet Ihr auch unten als Checkliste zum Herunterladen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen SEO-Relaunch richtig angehen – und wie Sie Ihre neue Website erfolgreich in den Google-Index bringen, ohne Ihre bisherigen Erfolge aufzugeben.

Vor dem Relaunch – Verschaffen Sie sich einen Überblick

Ein Relaunch hat viele mögliche Auslöser: ein modernes Design soll her, die Einführung einer neuen Corporate Identity, bessere Usability auf mobilen Endgeräten (Responsive Design) oder zusätzliche Funktionen und Inhalte. Auch technische Aspekte wie die Anbindung an Social-Media-Kanäle, ein komfortableres CMS oder eine vereinfachte Content-Pflege spielen bei der Entscheidung häufig eine zentrale Rolle.

Was dabei jedoch oft vergessen wird: SEO. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die bestehenden Rankings stabil bleiben, weil „sich ja eigentlich nichts ändert“. Doch genau hier liegt der Trugschluss.

Ein Relaunch bedeutet fast immer Veränderungen an der URL-Struktur, dem Content, den internen Verlinkungen oder sogar an der Domain. Jede dieser Anpassungen kann sich direkt auf die Indexierung der Website, das Crawling durch Google und damit auf die Rankings auswirken.

Hinzu kommt: Wer sich ausschließlich nach Budgetvorgaben oder günstigen Agenturangeboten richtet, riskiert, dass SEO-Aspekte vernachlässigt werden. Nachträgliche Optimierungen sind dann nicht nur aufwendiger, sondern oft auch deutlich teurer.

👉 Tipp #1: Bevor Sie den Relaunch starten, dokumentieren Sie die komplette Ausgangssituation:

  • aktuelle Rankings und Backlinks
  • organischen Traffic
  • verwendete Keywords
  • technische Daten aus der Google Search Console und Tools wie Sistrix oder Screaming Frog SEO

Diese Bestandsaufnahme ist die Basis, um nach dem Relaunch zu prüfen, ob sich Ihre Sichtbarkeit verbessert oder verschlechtert hat.

Typische SEO Fehler bei der Websiteerstellung und ihre Lösungen

Die wesentlichen Fehler entstehen bei einem Launch oder Relaunch in der Regel bereits bei der Planung und Programmierung der Website. Häufige Probleme sind:

  1. Fehlende Weiterleitung von der alten auf die neue URL
  2. Übernahme von Duplicate Content ohne Optimierung
  3. nicht optimierte Title Tags und Meta Descriptions
  4. Verlust wertvoller Backlinks
  5. fehlerhafte interne Verlinkungen
  6. unklare oder chaotische URL-Struktur
  7. keine saubere Testumgebung vor dem Livegang
  8. fehlendes Tracking oder nicht eingebundene SEO-Tools

 

Diese Fehler führen schnell dazu, dass die neue Seite im Index von Google nicht mehr dort auftaucht, wo die alte Website einmal war. Sie werden unter dem Begriff OnPage-Optimierungen zusammengefasst. Maßnahmen, die außerhalb der eigentlichen Website ergriffen werden können, bezeichnet man als OffPage-Optimierungen. 

👉 Tipp #2: Legen Sie vorab eine klare SEO Checkliste für den Relaunch fest und prüfen Sie, ob Ihre Agentur im Bereich SEO überhaupt Erfahrung hat.

SEO-Tauglichkeit von Templates in WordPress und dem CMS

Viele Relaunchs scheitern schon an der Basis – dem CMS oder dem gewählten Template. Beim Marktführer WordPress (Quelle) zum Beispiel sieht ein Theme vielleicht optisch ansprechend aus, ist aber nicht für SEO angepasst. Das kann am Ende dann zu großen Aufwänden für nachträgliche Anpassungen und Optimierungen führen.

Achten Sie deshalb unbedingt auf:

  • schnelle Ladezeiten durch Caching und Bildkomprimierung
  • saubere H1-Hierarchie (keine doppelten H1-Tags!)
  • responsives Design für alle Geräte
  • Möglichkeit zur individuellen Anpassung von Title Tags und Descriptions
  • Kompatibilität mit wichtigen SEO Plugins (Yoast SEO, Rank Math)
  • WordPress-optimiertes Hosting auf leistungsstarken Servern

 

Beispiel für einen Fehler: Ein Unternehmen wählt ein günstiges Standard-Theme. Nach dem Livegang zeigt sich: Die Überschriften sind automatisch mit dem Menü verknüpft, es gibt keinen editierbaren H1-Tag und die Ladezeit ist miserabel. Die Folge: Verlust der Rankings und sinkende Sichtbarkeit der Website.

👉 Tipp #3: Wählen Sie immer ein Theme, in dem Sie selbstständig alles bearbeiten und abändern können – besonders in Bezug auf Überschriften. Es gibt in der Suchmaschinenoptimierung ständig Veränderungen, weshalb auch Webseiten ständig bearbeitet und optimiert werden müssen. Lassen Sie sich von Fachleuten beraten und richten Sie sich nicht nur nach Optik und Preis. Fragen Sie Ihre Agentur auch ganz konkret: Ist das vorgeschlagene WP Theme SEO optimiert?

Metadaten, Keywords und OnPage-Optimierung

Die Umsetzung eines Relaunchs beginnt oft damit, dass bereits vorhandene Inhalte 1:1 übernommen werden. Dabei passiert ein besonders häufiger Fehler: Die Metadaten werden vergessen oder unüberlegt übernommen.

Title-Tag

  • ist einer der wichtigsten Faktoren, um hohe Rankings (Positionen) in Suchmaschinen zu erreichen.
  • sollte auf jeder HTML-Seite zu finden sein (Teil des HTML-Quellcodes).
  • sollte maximal 55 Zeichen lang sein und die wichtigsten Keywords bzw. Keyword-Phrase der Seite enthalten.
  • jede Unterseite eines Webangebotes sollte individuelle Title Tags bekommen.

 

Meta-Description

  • skizziert den Inhalt einer Webseite kurz und prägnant.
  • soll zum Klicken animieren (durch informativen und ansprechenden Aufbau).
  • sollte ca. zwischen 150 und 160 Zeichen lang sein (längere werden in manchen Ansichten sonst abgeschnitten).
  • ist Ihre digitale Visitenkarte in den SERPs.

 

Keywords

  • sollten sinnvoll im Content, in Überschriften und in den Metadaten eingebunden sein.
  • beeinflussen das Suchmaschinenranking.
  • sollten durch eine Analyse mit SEO Tools wie Semrush ausgewählt werden.

 

Dabei ist es für eine gute Sichtbarkeit unerlässlich, dass wichtige Keywords aus dem Content in den Metadaten aufgegriffen werden. Die Metadaten pflegt man in WordPress in der Regel mit einem entsprechenden SEO Plugin.

👉 Tipp #4: Nutzen Sie den Relaunch als Gelegenheit, um veraltete Metadaten zu überarbeiten und neue Keywords einzubauen.

Content – aber jetzt richtig

Ein Relaunch bietet die perfekte Gelegenheit für frischen Content und die Überarbeitung bestehender Inhalte. Doch hier lauern viele Fallen:

  • Inhalte werden einfach 1:1 von der alten Seite kopiert → Gefahr von Duplicate Content
  • neue Inhalte sind zwar hübsch gestaltet, aber nicht auf Keywords optimiert
  • die interne Verlinkung wird vergessen, wodurch wichtige Seiten im Crawling nicht gefunden werden

 

Beispiel für einen Fehler: Ein Reiseanbieter übernimmt die Texte von der alten Website, ohne die Keywords zu aktualisieren. Konkurrenzseiten arbeiten inzwischen mit moderner Content-Optimierung. Ergebnis: Das Unternehmen fällt im Ranking von Seite 1 auf Seite 4 zurück.

Wenn Sie mehr dazu erfahren wollen, wie Sie gute Inhalte erstellen, lesen Sie gerne unseren Blogbeitrag „Wie Sie den perfekten SEO-Text für Nutzer und Suchmaschinen schreiben“.

👉 Tipp #5: Aktualisieren Sie für einen erfolgreichen Relaunch nicht nur Design und Technik, sondern auch Ihre Inhalte – erneuern Sie Texte mit relevanten Keywords und frischem Mehrwert, statt sie 1:1 von der alten Website zu übernehmen.

Bilder, Grafiken und Image-Tags richtig optimieren

Bilder und Grafiken spielen bei Relaunches eine große Rolle – sie sorgen für ein modernes Design und eine bessere User Experience. Doch aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung werden hier besonders häufig Fehler gemacht. Denn Google kann Inhalte von Bildern nicht „sehen“, sondern nur über die vergebenen Informationen (Alt-Tag, Title-Tag, Dateiname) verstehen und indexieren.

Damit Ihnen beim Relaunch kein wertvoller Traffic verloren geht, achten Sie auf folgende Punkte:

  • Namen der Datei anpassen: Verwenden Sie klare, beschreibende Dateinamen mit passenden Keywords. Statt „Bild_123.jpg“ besser „seo-relaunch-checkliste.jpg“.
  • Dateigröße anpassen: Ladenzeiten sind ein Ranking-Faktor. Verwenden Sie optimierte Formate (z. B. WebP) und vermeiden Sie MB-große Bilder.
  • Alt-Tag und Title-Tag setzen: Beschreiben Sie präzise den Bildinhalt und integrieren Sie wichtige Keywords. Beispiel: „URL-Struktur-Check beim Website-Relaunch“.
  • Bildunterschriften nutzen: Diese werden oft gelesen und können die Relevanz zum Content erhöhen.
  • Konsistenz sicherstellen: Stimmen Sie Bildtitel, Dateiname und Seiteninhalt aufeinander ab, um Duplicate Content zu vermeiden.

 

Typischer Fehler beim Relaunch: Bilder werden neu hochgeladen, aber ohne Alt-Attribute. Die neue Website verliert dadurch wertvolle SEO-Signale und damit auch Rankings in der Bildersuche.

👉 Tipp #6: Richtig optimierte Bilder unterstützen nicht nur die SEO, sondern verbessern auch die Nutzererfahrung. Denken Sie also beim SEO Relaunch unbedingt an Ihre Image-Tags, um Rankings und Traffic über die Bildersuche zu sichern.

Interne Verlinkungen und Navigation

Oftmals ändern sich bei einem Relaunch URL-Strukturen und Navigation. Dabei ist die interne Verlinkung ein zentraler Faktor für die Suchmaschinenoptimierung. Beim Relaunch werden sie oft zerstört, weil Verzeichnisse und Angebote erweitert, reduziert oder umorganisiert werden:

  • Alte Links zeigen ins Leere
  • Menüstrukturen ändern sich ohne Weiterleitungen
  • Wichtige Unterseiten sind plötzlich nur noch über Umwege erreichbar

 

Diese Fehler sollten so schnell wie möglich beseitigt werden, denn Nutzer, die wiederholt auf Broken Links treffen und 404-Fehler angezeigt bekommen, werden die neue Webseite sehr sicher schnell wieder verlassen.

👉 Tipp #7: Prüfen Sie alle internen Links mit einem Tool wie Screaming Frog oder der Google Search Console, bevor Ihre Website live geht. 

Backlinks und Weiterleitungen – der größte Risikofaktor

Wo wir gerade beim Thema „defekte Verlinkungen“ sind: Von außen betrachtet, kann der Schaden noch weitaus größer sein, wenn Seiten plötzlich nicht mehr da sind oder anders heißen. Ihre Backlinks sind Gold wert – doch beim Website-Relaunch gehen sie oft verloren, wenn die verlinkten URLs nicht mehr existieren.

  • Richten Sie 301-Weiterleitungen ein, damit alte Links automatisch auf die neuen URLs zeigen und sie weiterhin Traffic von anderen Seiten erhalten, die Ihre verlinkt haben.
  • Wenn Seiten komplett gelöscht werden, sollten deren URLs auf thematisch passende Seiten weitergeleitet werden. 
  • Vermeiden Sie Weiterleitungsketten (z. B. A → B → C). Jede zusätzliche Umleitung kostet Ranking-Power.
  • Überprüfen Sie regelmäßig in der Google Search Console, ob Fehler wie 404-Seiten auftreten.

 

Bei einem großen Relaunch mit weitreichenden strukturellen Anpassungen sollte Ihr Website-Dienstleister im Vorfeld eine vollständige URL-Liste bereitstellen. Auf Basis dieser Liste wird dann eine Weiterleitungs-Map erstellt, indem neben jeder alten URL die neue notiert wird. 

Beispiel: Ein Online-Shop ändert beim Relaunch alle Produkt-URLs, ohne 301-Weiterleitungen einzurichten. Ergebnis: Tausende hochwertige Backlinks laufen ins Leere – die Sichtbarkeit bricht innerhalb von zwei Wochen ein.

👉 Tipp #8: Unerwünschte Weiterleitungsfehler finden Sie schnell in der Google Search Console oder mit Tools wie Screaming Frog.

Technische SEO beim Relaunch: Indexierung, Crawling & Tools

Technische SEO Fehler gehören zu den gefährlichsten, weil sie oft unbemerkt bleiben:

  • Die neue Website ist noch mit einem „noindex“-Tag versehen
  • Das Crawling wird durch fehlerhafte robots.txt blockiert
  • In der Testumgebung war alles perfekt, aber beim Livegang geht die Indexierung verloren

 

👉 Tipp #9: Nutzen Sie Programme wie Sistrix, Screaming Frog SEO und die Google Search Console, um die technische Seite zu überprüfen.

Tracking und Monitoring nicht vergessen

Ein häufiger Fehler: Nach dem Relaunch fehlen die Tracking-Codes. Es entsteht folgendes Szenario: Die neue Version der Webseite ist seit ein paar Tagen oder gar Wochen online. Sie möchten nachsehen, wie sich der Traffic entwickelt, und stellen fest, dass in Ihrem Google Konto keine Daten eingelaufen sind. Das ist ärgerlich, da Sie nun nicht messen können, ob der Relaunch erfolgreich war, aber im Gegensatz zu allen anderen Fehlern, nur ein kleiner Stolperstein, der keine weiteren Auswirkungen hat.

👉 Tipp #10: Prüfen Sie daher vorab: Sind alle Tracking-Codes eingebaut? Funktionieren die Reports? Sind Conversions richtig eingerichtet?

Checkliste zum Download

Hier können Sie eine Technische SEO-Checkliste für den Website Relaunch, auf der alle wichtigen Aspekte aus diesem Beitrag zusammengefasst sind, herunterladen: Checkliste: Technisches SEO Checkliste für den Relaunch

Fazit zum Thema SEO und Relaunch

Ein Website-Relaunch ist eine riesige Chance – aber auch ein großes Risiko und ein finanziell herausforderndes Projekt. Geld und Ressourcen sollten daher unbedingt auch zielführend sein. Am Ende wollen Sie eine schöne und funktionale Website haben, die außerdem gut in den Suchmaschinen auffindbar ist.

Erstellen Sie daher unbedingt eine Checkliste mit den essenziellen Themen und legen Sie auch bei den „kleinen“  Punkten fest, wer zuständig ist und die Umsetzung überwacht. Nur so ersparen Sie sich nach dem Relaunch einen Neustart in Sachen SEO und senken das Risiko, bestehende Rankings zu verlieren.

👉 Denken Sie immer daran: SEO von Anfang an einzuplanen ist günstiger, nachhaltiger und erspart Ihnen viel Ärger nach dem Livegang der neuen Website. Suchen Sie sich deshalb professionelle Unterstützung durch eine SEO Agenturdann gelingt der Relaunch erfolgreich.