Skip to content

Vorsicht Website Relaunch! Vergessen Sie nicht den SEO Check

von Beate Schulz-Bartz am

Was ein Relaunch Ihrem Google Rank antun kann

Heute werfen wir einen Blick darauf, was bei einem Website Relaunch so alles passieren kann. Das Ziel: Alles an der Website soll besser werden … schöner, moderner, funktionaler, mobil optimiert und mit richtig schicken neuen Fotos.

Doch leider wird oftmals schon in der Planung das Thema Optimierung für Suchmaschinen vernachlässigt. Auftretende Probleme werden nicht frühzeitig erkannt und berücksichtigt. Die ausführende Web-Agentur ist „für SEO nicht zuständig“ und programmiert schon mal fleißig los.

Berücksichtigen Sie unsere Tipps und vermeiden Sie ein böses Erwachen nach der Neugestaltung Ihrer Website. Denn nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch.

 

Vor dem Relaunch - Verschaffen Sie sich einen Überblick

Die Gründe für den Relaunch einer Website sind vielfältig. Ein modernes Layout ist gewünscht oder die Umsetzung einer neuen Corporate Identity. Mobiloptimierung (Responsive Design) und ein Ausbau von Funktionalitäten und Content stehen ebenso oft im Mittelpunkt. Technische Kriterien wie Social Media Schnittstellen, ein komfortableres CMS und eine leichte Content-Pflege geben dann oftmals den Ausschlag für oder gegen ein bestimmtes System.

Das Thema Suchmaschinenoptimierung steht zu diesem Zeitpunkt vielfach im Hintergrund.

Die SEO Basics sind bei den meisten Websites umgesetzt und die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen ist zufriedenstellend oder sogar gut. Es läuft. Man denkt nicht weiter nach.

Budgets müssen berücksichtigt werden und den Empfehlungen der umsetzenden Agentur folgt man zu gerne, wenn die Kosten günstig erscheinen. Bedenken Sie aber, dass nachträgliche Anpassungen unter Umständen viel aufwendiger und teurer werden können.

Ist der Rang im Google Index erst einmal verloren, fängt man wieder von vorne an. Und das kann ein langer Weg werden.

Unser Tipp: kein Kick-off ohne SEO-Beratung

Tragen Sie vor der konkreten Planung des Relaunchs alle Informationen zum SEO Status Ihrer Website zusammen. Dokumentieren Sie Ihre Rankings, Ihren Traffic und alle Optimierungen, die in den letzten Monaten oder Jahren durchgeführt wurden.

Machen Sie sich bewusst, wo Sie besonders gut aufgestellt sind und achten Sie darauf, dass Ihnen Top-Überschriften, perfekte Title Tags und unbezahlbare Backlinks nicht unterwegs verloren gehen.

Wenn Sie eine SEO Agentur haben, lassen Sie sich unbedingt beraten und den Relaunch Prozess aktiv unterstützen. Wenn Sie keine SEO Agentur haben, könnte dies der richtige Zeitpunkt sein, sich externe SEO-Beratung einzuholen.

 

Typische SEO Fehler bei der Websiteerstellung und wie man sie vermeidet

Die wesentlichen Fehler entstehen bei einem Launch oder Relaunch in der Regel bereits bei der Planung und Programmierung der Website. Hier gibt es diverse Fehlerquellen bei der Erstellung der Website, die zu einem schlechten Ranking führen können.

Diese „Baustellen“ werden unter dem Begriff OnPage-Optimierungen zusammengefasst. Maßnahmen, die außerhalb der eigentlichen Website ergriffen werden können, bezeichnet man als OffPage-Optimierungen.

Damit diese wichtigen Faktoren Ihnen nach dem Relaunch nicht „auf die Füße fallen“, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

 

Beachten Sie SEO-Tauglichkeit von WordPress Templates

frau mit laptop und Diagramm

WordPress führt mit 65 % Marktanteil weltweit unangefochten die Liste der Content-Management-Systeme an.
(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/320670/umfrage/marktanteile-der-content-management-systeme-cms-weltweit/)

Einer der Gründe hierfür ist sicherlich die große Auswahl kostenfreier oder günstiger Themes, deren Design auf den ersten Blick keine Wünsche offen lassen. Doch kann es am Ende große Aufwände für nachträgliche Anpassungen und Optimierungen geben, wenn ein nicht SEO-optimiertes WordPress-Theme ausgewählt wird. Auch beim Thema Server & Hosting sollte man von Anfang an keine Kompromisse eingehen.

Achten Sie in der Angebotsphase daher unbedingt auf folgende Kriterien:

  • WordPress optimiertes Hosting auf leistungsstarken Servern
  • Schnelle Ladezeit der Seite, z.B. durch serverseitiges Caching
  • Komprimierung von Bild, Grafik und Text über entsprechende Plugins
  • Gesunde Proportion von Navigation, Content und ergänzenden Features
  • Responsives Design
  • Defaultmäßig korrekte HTML-Überschriften Struktur (H-Tagging)
  • Installation und professionelle Konfiguration eines SEO Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math.

Ich kann es manchmal gar nicht recht glauben: Aber es durchlaufen sehr viele Websites unseren kostenlosen SEO-Check, in denen es keine Hauptüberschrift (H1-Tag) gibt. Oder der H1-Tag entspricht automatisch dem jeweils aufgerufenen Navigationspunkt oder dem Seitentitel.

Dies scheint auf den ersten Blick Arbeit zu sparen - ergibt in den allermeisten Fällen aber nicht viel Sinn. Platziert der talentierte Laie dann mithilfe des Editors einen weiteren H1-Tag auf den Seiten, schadet er dem Thema nur noch mehr. Denn zwei H1-Tags auf einer Seite sollte man unbedingt vermeiden.

Oft fragt ein Webentwickler sogar vorab: Soll sich die Überschrift direkt aus dem Seitennamen ableiten? Schnell wird geantwortet: Ja, wieso nicht. Bitte nein! Knoten ins Taschentuch: Sie wollen die Überschriften auf Ihrer Website manuell editieren können. Auch und insbesondere den H1-Tag.

Unser Tipp: Augen auf bei der Auswahl des WordPress-Themes

Lassen Sie sich von Fachleuten beraten und richten Sie sich nicht nur nach Optik und Preis des Themes. Fragen Sie Ihre Agentur ganz konkret: Ist das vorgeschlagene WP Theme SEO optimiert? Lassen Sie sich ggf. im Vertrag zusichern, dass die neue Website mit allem ausgestattet sein wird, was Sie oder Ihre SEO Agentur für eine optimale Umsetzung benötigen.

 

Nicht vergessen: Metadaten optimieren

Die Umsetzung eines Relaunchs beginnt oft damit, dass bereits vorhandene Inhalte der alten Website 1:1 übernommen werden. Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass die Metadaten (Title + Description) nicht „von allein“ übertragen werden.

Dabei ist es für eine gute Sichtbarkeit unerlässlich, dass wichtige Keywords aus dem Content in den Metadaten aufgegriffen werden. Die Metadaten pflegt man in WordPress in der Regel mit einem entsprechenden SEO Plugin. Der Relaunch ist daher eine gute Gelegenheit, sämtliche Metadaten zu prüfen und ggf. anzupassen.

Zu den Kopfdaten im Einzelnen:

Title-Tag

  • Der Title Tag ist einer der wichtigsten Faktoren, um hohe Rankings (Positionen) in Suchmaschinen zu erreichen. Der Title Tag sollte auf jeder HTML Seite zu finden sein. Es ist ein Teil des HTML Quellcodes.
  • Der Title Tag sollte maximal 55 Zeichen lang sein und die wichtigsten Keywords bzw. Keyword-Phrase der Seite enthalten.
  • Da jede Unterseite eines Webangebotes in der Regel eigene Inhalte hat, können und sollten auf jeder dieser Seiten individuelle Title Tags platziert werden.

Meta-Description

  • In der Meta-Description wird der Inhalt einer Webseite kurz und prägnant skizziert. Der Text sollte informativ und ansprechend sein und den Suchenden in kurzer Zeit davon überzeugen, zu klicken und die Website zu besuchen.
  • Der Text der Meta-Description sollte ca. zwischen 150 und 160 Zeichen lang sein. So ist sichergestellt, dass er sowohl mobil als auch auf dem Desktop vollständig angezeigt und nicht an der wichtigsten Stelle abgeschnitten wird.
  • Die Meta-Description wird in den SERPs gelistet und ist somit ein wenig wie Ihre digitale Visitenkarte.

Bilder, Grafiken und die Image-Tags

Manchmal hat man beim surfen schon das Gefühl, dass Google unsere Gedanken lesen kann. Aber in der Bilderkennung fehlt es noch! Darum müssen wir einfach ausgedrückt für Google beschreiben, was auf den Bildern zu sehen ist.

Knoten ins Taschentuch: Wenn Sie neue Bilder und Grafiken einsetzen, denken Sie am besten schon bei der Auswahl und Vorbereitung der Dateien unbedingt an diese To-dos:

  • Vergeben Sie einen sinnvollen und eindeutigen Dateinamen und nutzen Sie idealerweise hier schon ein relevantes Keyword. Vermeiden Sie unbedingt Dateinamen wie Bild_21569892_rel_untenlinks_400x600px.jpg.
  • Stellen Sie die Datei in einer angepassten Größe und einem webtauglichen Format zur Verfügung. Je geringer die Dateigröße, desto besser die Ladenzeiten. Auf keinen Fall sollten Bilder in MB-Größen auf den Server gelangen.
  • Vergeben Sie einen passenden „Title Tag“ und „Alt Tag“. Beschreiben Sie kurz und prägnant, was auf dem Bild zu sehen ist und nutzen Sie dabei das relevante Keyword.
  • Soll Ihre Bild- oder Grafikdatei eine Bildunterschrift erhalten, texten Sie diese vorab in Abstimmung von Bild- und Seiteninhalt.

Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, tragen Ihre Bilder in erheblichem Maße zur Sichtbarkeit der Website bei. Unserer Erfahrung nach werden diese Punkte nur allzu häufig vergessen.

Viele Websitebetreiber geben sich viel Mühe bei der Auswahl und Erstellung der Bilder, um deren Nutzen dann verpuffen zu lassen.

 

Google Analytics und andere Tracker

Auch bei diesem Thema würden Sie sich wundern, wie häufig diese Basics einfach vergessen werden. Die neue Website ist seit ein paar Tagen oder gar Wochen online. Sie möchten nachsehen, wie sich der Traffic entwickelt und stellen fest, dass in Ihrem Google Konto keine Daten eingelaufen sind.

Das ist nun kein Beinbruch, aber ärgerlich. Daher unser Tipp: Achten Sie darauf, dass Implementierung und Funktionskontrollen aller im Einsatz befindlichen Tracker und Analysetools Teil des Auftragspaketes sind.

 

Content, Content, Content

Inzwischen hat es sich herumgesprochen: ohne guten Content keine Sichtbarkeit in Google. Wenn Sie neue Inhalte für Ihren Website-Relaunch produzieren oder Bestandstexte überarbeiten, gibt es hierbei einiges zu beachten:

  • Denken Sie immer daran, verlieren Sie bei Inhalt, Wortwahl und Ausdruckweise Ihre Zielperson nie aus dem Blick, für welche Sie am Ende schreiben.
  • Recherchieren Sie die passenden Keywords und verwenden Sie diese im angemessenen Umfang.
  • Strukturieren und gestalten Sie Ihren Content lesefreundlich, übersichtlich und interessant und erzeugen so echten Mehrwert.
  • Nutzen Sie eine gute Überschriftenstruktur und verwenden Sie Listen und Gliederungen.
  • Vermeiden Sie, sich allzu häufig zu wiederholen. Wenn Sie ein Thema mehrfach aufgreifen, sollten Sie Keywords und Schwerpunkte variieren.

Wie Sie einen wirklich perfekten Content erstellen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Wie Sie den perfekten SEO-Text für Nutzer und Suchmaschinen schreiben“. Hier lassen wir Sie tief in unsere Trickkiste schauen.

Interne Verlinkungen: Neues vom Copy & Paste Teufel

Oftmals ändern sich bei einem Relaunch URL-Strukturen und Navigation. Alles wird neu gedacht und Content vielleicht verschoben, weil Verzeichnisse und Angebote erweitert, reduziert oder umorganisiert werden.

Viele „alte“ Texte hingegen werden 1:1 in die neue Website kopiert oder importiert. Wichtig ist es daher, dass Sie während des Relaunchs oder unmittelbar danach, die internen Verlinkungen in Ihren Bestandstexten checken. Gibt es die Zielseite überhaupt noch? Heißt sie jetzt anders oder liegt sie in einem neuen Verzeichnis?

Um den sogenannten „Broken Links“ auf die Schliche zu kommen, gibt es verschiedene Tools wie Google Search Console, Rank Math oder auch WordPress-Plug-ins wie „Broken Link Checker“.

Welches Tool für Sie das passende ist, hängt u.a. vom Umfang Ihrer Seiten ab. Hauptsache ist, Sie kümmern sich! Denn Nutzer, die wiederholt auf Broken Links treffen und 404-Fehler angezeigt bekommt, werden die Site womöglich schnell wieder verlassen.

 

Von außen betrachtet: Backlinks + Weiterleitungen

Wo wir gerade beim Thema „defekte Verlinkungen“ sind: Von außen betrachtet kann der Schaden noch weitaus größer sein, wenn Seiten plötzlich nicht mehr da sind oder anders heißen.

Im Normalfall waren all Ihre Seiten vor dem Relaunch vom Google Bot indexiert. In verschiedenen Webkatalogen, in Foren und Social Media und auf anderen Websites gab es Hyperlinks auf verschiedene Unterseiten Ihres Webangebotes.

Um von diesem Status auch nach dem Relaunch weiter zu profitieren und nicht wieder bei „0“ anzufangen, müssen Sie sich um das Thema 301-Weiterleitungen kümmern.  

Mit einer 301-Weiterleitung zeigen Sie an, dass die angefragte Seiten dauerhaft umgezogen ist. Der User merkt nichts von der Weiterleitung, sondern wird direkt und ohne Verzögerung auf die korrekte neue Zielseite umgelenkt.

Bei einem großen Relaunch mit weitreichenden strukturellen Anpassungen sollten Ihr Website-Dienstleister im Vorfeld eine vollständige URL-Liste bereitstellen. Auf Basis dieser Liste wird dann eine Weiterleitungs-Map erstellt, indem neben jeder alten URL die neue notiert wird.

Unbedingt beachten: Ist dies nicht erste Relaunch, sollten Sie vermeiden, sogenannte Weiterleitungsketten zu erzeugen. Wurde die Seite A schon einmal per 301-Weiterleitung weitergeleitet, darf diese neue Ziel-URL nicht erneut umgeleitet werden.

Unerwünschte Weiterleitungsfehler findet man in der Google Search Console oder mit Tools wie Screaming Frog.

 

Fazit zum Thema SEO und Relaunch

Ein Relaunch kann ein großes und auch finanziell herausforderndes Projekt sein. Geld und Ressourcen sollten daher unbedingt auch zielführend sein. Am Ende wollen Sie eine schöne und funktionale Website haben, die außerdem gut in den Suchmaschinen auffindbar ist.

Erstellen Sie daher unbedingt eine Checkliste und legen Sie auch bei diesen „kleinen“ SEO-Themen fest, wer zuständig ist und die Umsetzung überwacht. Nur so ersparen Sie sich nach dem Relaunch einen Neustart in Sachen SEO.